Ein Geburtstagsbrief für Johanna

Liebe Johan­na,

Wieder ein Geburt­stag ohne Dich, Dein Vierzehn­ter. So sehr ich mich auch bemühe, dies­mal fällt es schw­er, mir vorzustellen, wie Du jet­zt ausse­hen würdest. Gross und kräftig vielle­icht, ein wenig schlak­sig, weil Du — im Gegen­satz zu den anderen Frauen in dieser Fam­i­lie — die magis­che Marke von 1,60 m über­schrit­ten hast, und mit lan­gen rot­blonden Haaren natür­lich, die sich noch immer nur schw­er bändi­gen lassen. Würdest Du laufen oder im Roll­stuhl sitzen? Selb­st wenn der Som­mer vor 5 Jahren anders ver­laufen wäre und Du bei uns geblieben wärst, Deine Erkrankung hätte Dich begleit­et. Unser Onkologe erzählte uns damals — bevor alles aus dem Rud­er lief — von einem neuen Medika­ment in der Test­phase, das die Wach­s­tumssig­nale des Tumors vielle­icht block­ieren kön­nte. Damit hättest Du vielle­icht leben kön­nen. Ein Geburt­stags­brief für Johan­na weit­er­lesen