Die verflixte Sieben

Es ist schon das siebte Mal, dass wir ihren Geburt­stag ohne sie feiern müssen. 15 Jahre wäre sie gewor­den und nach­dem ich mir in den Jahren zuvor immer noch vorstellen kon­nte, wie sie ausse­hen würde, fällt es mir in diesem Jahr erstaunlich schw­er. Das vorherrschende Gefühl ist Wut und Trauer darüber, dass ich nicht erleben kann, wie aus Johan­na ein Tee­nie wird, wie sie alles hin­ter­fragt, Grund­sät­zlich­es in Zweifel zieht.

Ich bin mir sich­er, dass sie das getan hätte. Unsere bei­den Mäd­chen hät­ten eifrig disku­tiert über Poli­tik, Umwelt und die Zukun­ft, die ja ihnen gehört. Sie hät­ten sich aufgeregt über die Men­schen und ihren Hang, nur sich selb­st und ihren eige­nen Vorteil zu sehen. Johan­na hat­te einen aus­geprägten Gerechtigkeitssinn, genau wie ihre Schwest­er. Ich ver­misse dieses Ges­pann, unsere bei­den Mäd­chen waren so innig ver­bun­den und nun muss ich hil­f­los zuse­hen, wie Mascha ohne Johan­na weit­er durchs Leben geht und sie eben­so sehr ver­misst, wie ich. Das sollte nicht so sein. Aber das Leben geht weit­er, auch ohne sie, was ich noch immer erstaunlich finde. Ich weiß noch nicht, wie sich der Tag heute weit­er gestal­tet, aber eins weiß ich sich­er, Johan­na ist mit dabei, ob wir nun Kuchen back­en oder weit­er an unserem Häuschen werkeln. Nach­dem nun wieder ein Fam­i­lien­mit­glied im Roll­stuhl sitzt, ist es uns ein­fach wichtig, ein paar Verän­derun­gen vorzunehmen, die das Leben im Roll­stuhl erle­ichtern. Das hät­ten wir für Johan­nchen auch getan. Auch wenn Reli­gion mir fremd und die Vorstel­lung von Gott und Him­mel weit ent­fer­nt ist, schicke ich einen Gruß zu den Ster­nen und frage mich, ob Jo dort oben 8 ½ oder 15 Jahre alt ist.

Ganz egal, in jedem Fall HAPPY BIRTHDAY, liebe Johan­na! Heute scheinen die Sonne, der Mond und die Sterne nur für Dich.

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